In Norden der iberischen Halbinsel zieht
sich, parallel zum Atlantischen Ozean (Golf von Biskaya),
eine 600 KM lange Gebirgskette vom Baskenland (im Osten,
Baskisches Berge) bis
nach Galizien (im Westen, Galicisches Massiv).
Die Bergkette trägt den Namen "Cordillera
Cantábrica" (Kantabrische
Gebirgskette). Sie bildet eine "natürliche Schranke",
die den Einbruch der feuchten Winde des Atlantiks in die iberische
Halbinsel verhindert. Die Bergkette teilt
das Land in zwei deutlich unterscheidbare Gebiete: das sog.
"grüne Spanien" (España
Verde) im Norden, mit typisch atlantischem, niederschlagreichem
Klima, und das trockene Spanien im Süden.
Die Kantabrische Gebirgskette bildet zugleich die Wasserscheide
zwischen den Kantabrischen
Flüssen (im Norden) und den Becken der Flüsse Ebro
und Duero (im Süden).
Im weiteren Sinne umschließt die Definition
der "Cordillera Cantábrica" auch den Gebirgsstock
"Picos de Europa", der in der engeren Definition
der Geographen zwischen der Kantabrischen Gebirgskette und
dem Atlantik liegt.
Für die Flüsse, die das Wasser von der Kantabrischen
Gebirgskette zum Meer transportieren, stellt das Kalkmassiv
ein Hindernis dar. Die Flüsse haben beeindruckende "Desfiladeros" (Schluchten)
produziert, die den Gebirgsstock in drei große Teil-Massive
trennen.
Die Picos de Europa liegen in den Provinzen Kantabrien
(autonome Region "Kantabrien"), Asturien (autonome
Region "Fürstentum Asturien") und León
(autonome Region "Kastilien und León").
Den Namen "Picos
de Europa" verdankt
der Gebirgsstock den Seefahrern, die
von Nordwesten her kommend vom europäischen Festland als
erstes die überragenden Gipfel im wahrnahmen.
Im Mai 1995 wurde der Nationalpark
"Picos de Europa" eingetragen. Er stellt
eine Erweiterung des seit 1918 bestehenden Nationalparks "Covadonga" dar.
Der Nationalpark "Covadonga" war der erste Naturraum
Spaniens, der den Titel "Nationalpark" trug. Ursprünglich
umfasste der Nationalpark nur das westliche Massiv der Picos
de Europa auf
Gebiet der Provinzen Asturien und León. Durch die Erweiterung
gehören auch Teile der Massive "Urrieles" und "Ándara" zum
Gebiet des Nationalparks. Der Park weist eine Fläche von
64.660 Hektar auf und ist somit der größte Nationalpark
Spaniens. Er erstreckt sich über
Teile der Provinzen Asturien, León und Kantabrien, ist
frei zugänglich und
verfügt über ganzjährig geöffnete Besucherzentren
in Buferrera
/ Lagos de Covadonga (Pedro Pidal), Cangas de Onís (Casa
Dago) und Posada de Valdeón
(Oficina de Valdeón). Wegen seiner Bedeutung für
den Naturschutz wurde das Biosphärenreservat Picos
de Europa im Jahr 2003 in die MAB-Liste der
UNESCO aufgenommen ("Der
Mensch und die Biosphäre") (Siehe dazu UNESCO
heute).
Das Netzwerk der Biosphärenreservate
ist zentraler Bestandteil des weltweiten ökologischen
Programms der UNESCO. Siehe dazu auch: FAPAS (Fondo
para la protección
de los animales salvajes): Der
Wolf in den Picos de Europa.
Die Picos de Europa bestehen aus insgesamt
drei Bergmassiven. Das westliche
Massiv,
auch Cornión Massiv
genannt, befindet sich zwischen den Flüssen Sella und
Cares in den Provinzen Asturien und León. Es ist der
größte Gebirgsstock der Picos de Europa. Das zentrale
Massiv, auch
Urrieles Massiv genannt, erhebt sich zwischen den Flüssen
Cares und Duje und liegt in den Provinzen Asturien, León
und Kantabrien. Das östliche Massiv,
auch Ándara Massiv genannt, liegt zwischen
den Flüssen Duje und Deva und gehört fast komplett
zur Provinz Kantabrien (kleiner Teil liegt in Asturien).
Zählt man die Picos de Europa zur Kantabrischen
Gebirgskette (Definition im weiteren Sinne), sind die höchsten
Gipfel der Picos auch gleichzeitig die größten Erhebungen
der Gebirgskette. Sie erreichen über 2600 Meter, und das
nur ca. 25 Kilometer Luftlinie vom Meer entfernt. Die Baskischen
Berge und das Galicische Massiv erreichen die 2000m Marke nicht.
Die Picos de Europa
sind ein beeindruckendes Karstmassiv mit besonders ausgeprägten,
typischen Formen, sowohl
unter- als auch oberhalb der Erdoberfläche.
Die höchsten Berge der einzelnen Teilmassive:
Westliches Massiv (Macizo
de Cornión): Torre Santa de Castilla (2596 m), Torre de Santa
María (2478m).
Zentrales Massiv (Macizo
de Urrieles): Torrecerredo (2648m), Llambrión (2642m),
Torre Blanca (2617m), Pena Vieja (2613m), Pico Urriellu (bzw.
Naranjo
de Bulnes) (2519m). Der Pico Tesorero (2570m) ist der Schnittpunkt
der 3 Provinzen Asturien, León und Kantabrien.
Östliches Massiv (Macizo
de Ándara): Morra de Lechugales (2441m), Silla Caballo (2438m),
Pica del Jierru (bzw. El Evangelista) (2426m), Cortés (2370m)
und Samelar (2227m).
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