Am
5. April machte ich mich mittags von Santander in Richtung
Picos de Europa auf, um in den Bergen zu biwakieren.
In Cabezón de la Sal habe ich ein zwei französische
Anhalter mitgenommen, die ebenfalls in Richtung Picos
unterwegs waren. Sie wollten eigentlich nach Potes,
entschieden sich nach meinen Erzählungen aber, auch
nach Sotres ins östliche Massiv aufzusteigen. Wir marschierten
eine Weile gemeinsam ins Valle del Duje (Duje - Tal),
bevor ich mich dann in die alpine Bergwelt verabschiedete.
Wir hatten eine herrliche Unterhaltung auf Spanisch.
Wir trennten uns um 19 Uhr als ich in den Kanal "Jidiellu" einstieg,
um dort einen geeigneten Biwakplatz in der Nähe der
Scharte zu suchen. Um 21 Uhr befand ich mich bereits
auf der Höhe von 1700 m und hatte bereits 900 Höhenmeter überwunden.
Plötzlich war es dunkel und ich hatte noch immer keinen
einigermaßen ebenen Schlafplatz gefunden. Ich stieg
noch kurz weiter auf und entdeckte einen Felsen zwischen
zwei Schneefeldern, wo ich mich provisorisch für eine
Nacht einklemmen konnte, ohne schlafend abzustürzen.
Einige Minuten später lag ich bereits im Schlafsack,
betrachtete die Sterne und verfolgte mit meinen Blicken
vorbeifliegende Flugzeuge. Ich war völlig am Ende und
wollte nur noch schlafen.
Letztendlich
schlief ich eher mäßig und packte
bereits meine Sachen, als der erste Sonnenstrahl die
Berge
zum Leuchten brachte.
In der
Morgendämmerung stieg ich weitere 300 Höhenmeter
bis zur Scharte "Valdominguero" auf, wo
noch immer sehr viel Schnee lag. Der Aufstieg war
sehr anstrengend
und kostete mich viel Kraft im Tiefschnee und im
steilen Gelände. Auf der Scharte frühstückte ich
eine Stunde lang und schaute mich ein bißchen mit
meinen Schneeschuhen um. Den Abstieg realisierte
ich via "Pozo de Ándara" zur
Schutzhütte "Casetón de Ándara". Ich schlug
diese Route ein, um bei der Schutzhütte meine Wasserflaschen
aufzufüllen. Unterwegs reduzierte sich die Sicht
drastisch, so daß ich öfters anhalten mußte, da man
nicht einmal die Spuren eines Alpinisten sah, der
einige Tage zuvor
diese Route eingeschlagen hatte. In der Hütte trug
mich kurz ins Hüttenbuch ein und stieg über den "Pica
de Fuente Soles" nach Sotres ab.
Es war ein
unglaubliches Abenteuer und ich hatte eine tolle
Zeit. Hatte kurz etwas Angst, als ich in der Dunkel-
heit noch keinen Biwakplatz gefunden hatte, aber dieses
Erlebnis hat die Tour noch interessanter gemacht
...
|